Dalits in Indien: Unberührbar und Unterdrückt


Die Journalistinnen Leila Knüppel und Nicole Scherschun haben in Nagpur das Befreiungsfest der Dalits miterlebt. Auf Vermittlung von Karuna Deutschland e.V. trafen sie in Indien Teilnehmer und Leiter unserer Projekte.

Hier können Sie zwei Features hören, die im Oktober 2012 im Deutschlandradio liefen:

http://wissen.dradio.de/indien-unberuehrbar-und-unterdrueckt.37.de.html?dram:article_id=224704

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/tagfuertag/1894095/


Ganz Nagpur steht Kopf. (Leila Knüppel | Nicole Scherschun)

"Die hinduistischen Kasten soll es in Indien nicht mehr geben, alle Menschen sollen gleichbehandelt werden - so steht es in der Verfassung. Doch im Alltag ist die Abneigung gegenüber den Dalits, den Angehörigen der untersten Kaste, immer noch spürbar.

Viele Menschen wollen nichts mit ihnen zu tun haben, denn sie gelten nach wie vor als unrein: die Dalits, Angehörige der untersten Hindu-Kaste. Auch wenn das Kastensystem offiziell längst abgeschafft wurde und für die einstigen Unberührbaren eine Jobquote gilt, sind die Vorurteile in der indischen Gesellschaft omnipräsent.

Durch den Buddhismus befreit

Doch einmal im Jahr feiern die einstigen Dalits sich selbst, ihren Kampf gegen die gesellschaftliche Diskriminierung und ihren Nationalhelden: Bhimrao Ambedkar. Er ist selbst ein Dalit und setzt sich gegen die Benachteiligung durch das Kastensystem ein. Heute gilt er als zweitberühmtester Inder nach Gandhi.

In einer gigantischen Zeremonie trat Ambedkar am 14. Oktober 1956 in Nagpur gemeinsam mit fast 400.000 Unberührbaren aus Protest zum Buddhismus über. Bis heute feiern die Konvertierten ihren Vorkämpfer an diesem Tag."

 

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