Women's Empowerment


Gegen Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung: Ein Projekt zur Stärkung von Frauen im ländlichen Indien

Das ländliche Zentralindien, genauer der Bundesstaat Maharashtra, zeigt ein Bild von Indien, das vom wirtschaftlichen Aufschwung der letzen Jahre ziemlich unberührt geblieben ist. Sehr trocken und geprägt durch traditionelle Landwirtschaft, ist Armut nach wie vor weit verbreitet. So leben ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von einem US Dollar Familieneinkommen pro Tag.

Für die Familien der Dalits - der ehemals Unberührbaren- ist die sozioökonomische Situation besonders prekär. Nach wie vor leiden diese unter Ausgrenzung und Gewalt durch höherstehende gesellschaftliche Gruppen und Kasten, besonders was den Zugang zu Bildung und Wirtschaftsgütern wie Land, Vieh und Produktionsmitteln betrifft.

Für die Situation von Frauen der Dalit Gemeinschaften bedeutet das, sich am ganz unteren Ende der Skala von wirtschaftlicher Teilhabe und sozialem Ansehen zu befinden. Dalit Frauen leiden unter einer Analphabetenquote von über 75 %, was weit über der durchschnittlichen Quote bei indischen Frauen von 48 % liegt. Die Rückständigkeit äußert sich weiter in einer sehr hohen Rate von Kinderheirat, welche bei 67 % liegt.

Auch innerhalb ihrer eigenen Familien haben Dalit Frauen kaum Status, häusliche Gewalt ist weitverbreitet und wird kaum hinterfragt. Weibliche Säuglinge erhalten weniger Beachtung und ärztliche Versorgung, so dass die Geschlechterquote in den letzten Jahrzehnten immer weiter gesunken ist, auf mittlerweile nur noch 927 Frauen auf 1000 Männer. Dazu trägt auch bei, dass viele Frauen kaum Kenntnisse über gesundheitliche Zusammenhänge, Hygiene und Schwangerschaftsverhütung haben. Viele haben häufige Schwangerschaften, die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist hoch.

Trotz ihrer schlechten Voraussetzungen müssen die meisten Dalit Frauen zusätzliche zu ihren Haushaltsverpflichtungen auch Erwerbsarbeit leisten. Hier machen sie meist die unangenehmsten, unsichersten und schlecht bezahlten Jobs, werden ausgebeutet und oft auch sexuell belästigt. Auf der Ebene ihrer Dörfer haben sie dennoch keine Einflussmöglichkeiten, da dies die traditionellen Rollenmuster nicht vorsehen.



Hier setzt das Projekt zur Stärkung von Frauen im ländliche Maharashtra an:

Mit Hilfe einer bereits etablierten Frauen-NGO (Nicht-Regierungs-Organisation) werden Frauen aus 100 Dörfern im Bezirk Beed erreicht. Ein Kernteam von 30 Frauen ist speziell darin geschult worden, sich einzumischen und auf Dorfebene ihre Mitspracherechte einzufordern. Denn viele Rechte stehen den Frauen laut Verfassung zu, sie sind nur nicht in der Lage, diese einzufordern - teils aus Unwissenheit, teils aus Angst. Diese 30 besonders ausgebildeten Frauen schulen nun im Schneeballsystem weitere 200 Frauen. Sie gehen als Promotorinnen in die Dörfer und unterstützen die Frauen vor Ort, die ihnen zustehenden Rechte wie z.B. ärztliche Versorgung oder Vertretung im Dorfrat auch einzufordern. Daraus entstehen gerade 200 Selbsthilfegruppen, die zudem auch Einkommen schaffende Maßnahmen für die Dalit Frauen unterstützen sollen. Zusätzlich gibt es eine Notfalltruppe, die bei Gewalt gegen Frauen schnell vor Ort sein und helfen kann.
Insgesamt profitieren ca. 18.000 Personen direkt und indirekt von dem Projekt.

 

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